Ordnungsliebe – Skalenbeschreibung

Einführung

Die Persönlichkeitseigenschaft Ordnungsliebe beschreibt die persönliche Neigung, Ordnung und Struktur zu schaffen und einzuhalten. Personen mit einer hohen Ausprägung sind meist ordentlich, systematisch und handeln überlegt. Sie wollen ihre Planung stets beibehalten und sind sehr sorgfältig und perfektionistisch bei der Aufgabenbearbeitung. Menschen mit einer geringen Ausprägung dieser Subskala sind meist chaotisch und wenig planvoll in der Strukturierung ihrer Aufgabenbewältigung. Die geringe Ordnungsliebe äußert sich in der fehlenden Ordnung und Struktur ihrer Arbeitsmittel, wie z. B. auf ihrem Schreibtisch oder in ihrem Kalender. Folglich stimmen gewissenhafte Personen der Aussage: „Ich habe für alle meine Sachen einen bestimmten Platz. Ich bin ein Ordnungsfanatiker“ überwiegend zu.

Konzeptioneller Hintergrund

Die Subskala Ordnungsliebe ist auf das Fünf-Faktoren-Modell nach (Costa & McCrae, 1985) zurückzuführen. Diese legten Ordnungsliebe als einen von sechs Aspekten der Gewissenhaftigkeit fest. Die Autoren definieren Ordnungsliebe als Streben nach Ordnung und Systematik. Ordnungsliebe kann zwischen Aufgaben- und Zeitplanung sowie dem Einhalten physischer Ordnung differenziert werden (MacCann, Duckworth & Roberts, 2009).

Zusammenhänge zu beruflichen Kriterien

Fleiß- und Ordnungsaspekte sagen den Berufserfolg von Vorgesetzten teilweise voraus, da diese zum beruflichen Aufstieg beitragen (Schmit et al., 1995). Gegensätzlich dazu fand Ziegler et al. (2010) allerdings heraus, dass eine zu hohe Ausprägung der Ordnungsliebe auch zu einem negativen Zusammenhang des Leistungsaspekts führen kann. Demnach ist es möglich, dass eine zu hohe Ordnungsliebe den beruflichen Aufstieg auch im Weg stehen könnte, da es effektives und zielorientiertes Arbeiten behindert (Ziegler et al., 2010).

Quellen:

Costa, P. T. (Jr.) & McCrae, R. R. (1985). The NEO Personality Inventory. Manual. Form S and Form R. Odessa, FL: Psychological Assessment Resources.

MacCann, C., Duckworth, A. L. & Roberts, R. D. (2009). Empirical identification of the major facets of conscientiousness. Learning And Individual Differences, 19(4), 451-458.

Schmit, M. J., Ryan, A. M., Stierwalt, S. L. & Powell, A. B. (1995). Frame-of-reference effects on personality scale scores and criterion-related validity. Journal Of Applied Psychology, 80(5), 607-620.

Ziegler, M., Schmukle, S., Egloff, B. & Bühner, M. (2010). Investigating measures of achievement motivation(s). Journal Of Individual Differences, 31(1), 15-21.