Verbesserung der Interviewqualität durch digitale Interviewleitfäden

Um ein valides Interview zu realisieren, müssen bestimmte Anforderungen an Strukturierung und Standardisierung erfüllt sein. Dies gilt sowohl bezogen auf die Durchführung des Interviews, als auch auf den Bewertungsprozess. Die große Herausforderung besteht darin, diese Vorgaben in der Praxis auch tatsächlich umzusetzen – entweder fehlt die Kompetenz oder auch einfach die Konsequenz in der Umsetzung.

Die AC-App auf einem Tablet

Unsere Interview-App

Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Brooklynmaxx die Interview-App entwickelt, die wesentliche Treiber für Validität automatisch vorgibt. Durch die Interview-App können strukturierte Leitfäden mit wenigen Klicks zusammengestellt werden, indem z. B. Fragen zu verschiedenen Kompetenzbereichen aus einem Katalog ausgewählt werden, zu denen jeweils feste Bewertungsschemata und -logiken definiert werden. Dazu gehört auch, dass die Interview-App den Einsatz verhaltensverankerter Ratingskalen (BARS – ‚Behaviorally Anchored Rating Scales‘) vorgibt. D.h. es wird für einige oder alle der Bewertungsstufen definiert, welche Antwort des Interviewten zu welcher Bewertung führt.

Dass dies einen Einfluss auf die Qualität von Interviews hat, konnten auch Taylor und Small (2002) in ihrer Metaanalyse zur psychometrischen Qualität biografischer Fragen bestätigen. Sie zeigten auf, dass sich der Einsatz verhaltensverankerter Ratingskalen günstig auf die Beurteiler-Übereinstimmung (Interrater-Reliabilität) und auf die Vorhersagekraft der Interviewfragen im Hinblick auf zu erhebenden Kompetenzen (kriterienbezogene Validität) auswirkt.

Neben der Abgabe von quantitativen Ratings ermöglicht die Interview-App außerdem die Eingabe von Notizen. Hierbei handelt es sich um einen weiteren wesentlichen Aspekt, um die Qualität von Interviews zu steigern. Zum einen kann damit der Tendenz entgegengewirkt werden, sehr frühe oder sehr späte Eindrücke aus dem Interview besser in Erinnerung zu behalten als Eindrücke aus der mittleren Phase des Interviews (sog. Primacy-Recency-Effekt). Zum anderen kann das Festhalten von konkreten Kommentaren und Zitaten helfen, die Leistung des Interviewten gegenüber anderen, z. B. gegenüber den jeweiligen Führungskräften oder dem Interviewten selbst, transparent und nachvollziehbar zu machen.

Die Interview-App dient auch als Kollaborations- und Bewertungsplattform verschiedener Interviewer. D.h. die Bewertungen werden durch jeden Interviewer individuell und ohne Rücksprache mit den anderen Interviewern abgegeben, womit ein Höchstmaß an Objektivität gewährleistet werden kann.

Durch die digitale Erfassung von Bewertungen besteht weiterhin die Möglichkeit, die Werte der verschiedenen Interviewer / Beobachter/innen grafisch zu visualisieren. Durch den direkten Vergleich aller Bewertungen werden deutliche Abweichungen sofort sichtbar. Hierauf basierend kann dann eine zielgerichtete Ergebnisdiskussion erfolgten. Abschließend wird ein automatisches Ranking der Kandidat/innen erstellt.

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